Das Thema Destillationsapparatur

destillationsapparaturSie möchten mehr über den chemischen Vorgang der Destillation und über Destillationsapparaturen wissen? Dann lassen Sie sich nachfolgend in das Thema einführen. Mit einer Destillationsapparatur können Flüssigkeitsgemische mit unterschiedlichen Siedepunkten getrennt werden. Das Wort Destillation kommt vom lateinischen Wort „destillare“, welches „herabträufeln“ bedeutet. „Herabträufeln“ beschreibt ein Teilvorgang des Destillationsprozesses.

Zum Trennen der einzelnen Substanzen in dem Flüssigkeitsgemisch wird das Gemisch kontinuierlich erhitzt. Die Substanz im Gemisch mit dem niedrigsten Siedepunkt verdampft zuerst und der Dampf wird als Kondensat wieder aufgefangen. Während des Prozesses tröpfelt das Kondensat in den Auffangbehälter herab.

Aufbau einer einfachen Destillationsapparatur

Eine Destillationsapparatur kann in der einfachsten Variante luftgekühlt gebaut werden. Sie besteht aus einem Destillierkolben, einem Brenner (oder Herdplatte) sowie einem luftgekühlten Rohr. In der Regel wird anstelle eines luftgekühlten Rohres ein sogenannter Liebigkühler eingesetzt, der mit Wasser gekühlt wird. Zur Destillationsapparatur gehört ein Thermometer, mi dem die Temperatur im Blick gehalten werden kann. Ein Auffangbehälter für das Kondensat steht ebenfalls bereit.

Verschiedene Destillationsapparaturen und Destillationsvarianten

Unterschieden werden beispielsweise die fraktionierte Destillation von der Vakuumdestillation. Bei der fraktionierten Destillation ist das Ziel die Trennung mehrerer Komponenten aus einem Flüssigkeitsgemisch. Die Trennung kann per Destillation nur erfolgreich sein, wenn die zu trennenden Substanzen unterschiedliche Siedetemperaturen besitzen. So kann beispielsweise ein Gemisch aus Alkohol und Wasser getrennt werden. Während des Erhitzens wird zuerst die Siedetemperaturdes Alkohols erreicht und während der Destillation sammelt sich das Alkoholkondensat im Auffangbehälter. Der Auffangbehälter wird auch als „Vorlage“ bezeichnet. Im Gegensatz zu einer einfachen Destillationsapparatur, kann bei der fraktionierten Destillation eine „Spinne“ als Vorlage eingesetzt werden. Die „Spinne“ besteht aus mehreren Rundkolben, die als Vorlage dienen. Während der Destillation kann die erste Fraktion in der ersten Vorlage gesammelt werden und zum Auffangen der zweiten Fraktion wird die Spinne gedreht.

Die Vakuumdestillation sollte mit Vorsicht durchgeführt werden, da es zu einer Implosion kommen kann. Bei der Vakuumdestillation wird ein Vakuum in der Regel mit Hilfe einer Pumpe erzeugt. Die Vakuumdestillation hat den Vorteil, dass die Siedepunkte der zu trennenden Substanzen heruntergesetzt werden. So können Substanzen voneinander getrennt werden, die bei hohen Temperaturen leicht zersetzt würden. Bei dieser Destillationsvariante sollten nur kleine Rundkolbenverwendet werden, die für Einsätze unter Vakuum gedacht sind.

Wo kommt eine Destillationsapparatur zum Einsatz?

Beispielsweise wird Destillation zum Erhalt von Ethanol (Alkohol) genutzt und die Technik zum „Schnapsbrennen“ eingesetzt. Allerdings kann bei der Destillation auch das giftige Methanol entstehen, weswegen Vorsicht geboten ist. Die Destillation wird auch im industriellen Maßstab zur Gewinnung von Erdöl genutzt. Dazu sind hohe Temperaturen (über 400 °C) notwendig. Lösungsmittel- oder Produktgemische können durch Destillationsprozesse getrennt werden. Eine Destillationsapparaturgehört zum „Handwerkszeug“ in der organischen Chemie.